Abgasführung von Brennwertkesseln

15.01.2019

Wer heutzutage seine Öl- oder Gasheizung modernisiert, hat ausschließlich die Wahl zwischen Brennwertgeräten verschiedener Hersteller. Diese moderne und energiesparende Heizung stellt spezielle bauliche Voraussetzungen, die bei der Abgasführung zu beachten sind. Diese lassen sich in der Regel ohne großen Kostenaufwand umsetzen. Im Folgenden zeigen wir, wie ein Brennwertkessel funktioniert und wie Bauherren und Immobilienbesitzer Ihren Schornstein an die Anforderungen dieser Heizungsart anpassen und gleichzeitig bei der Schornsteinfegerprüfung überzeugen.

Was ist eine Brennwertheizung? 

Ein Brennwertkessel ist eine moderne und leistungsoptimierte Heizungsanlage für Ihren Haushalt. Denn er gilt als brennstoffsparende Alternative zu Niedertemperaturkesseln und unterscheidet sich im direkten Vergleich im Aufbau und in der Funktion. In den folgenden Abschnitten erhalten Sie zunächst einmal Informationen zu den Besonderheiten eines Brennwertkessels.

Aufbau eines Brennwertkessels 

Ein Brennwertkessel ähnelt im äußeren Aufbau einem Niedertemperaturkessel. Hinter dieser einfachen Form verbirgt sich ein einfacher Prozess. Denn Brennwertheizungen nutzen - ganz im Gegensatz zu anderen älteren Vorgängerkesseln - Energie aus Kondensationswärme zur Leistungsoptimierung.

Brennwertheizungen verwenden zunächst die fossilen Brennstoffe Gas und Öl für die Verbrennung. So wird im Kessel enthaltenes Heizwasser erhitzt und die häusliche Heizungsanlage auf Temperatur gebracht.

Das abgekühlte Heizwasser wird über ein Rücklaufrohr zurück in den Brennwertkessel geleitet. Das entwärmte Wasser kühlt den bei der Verbrennung entstehenden Wasserdampf. Dieser Vorgang leitet die Kondensation ein, die ein zusätzliches Plus an Wärmeenergie freisetzt.

Dieser im Abgas enthaltende Wärmegewinn gelangt bei einem Niedertemperatur- oder Konstanttemperaturheizkessel, bei Temperaturen von bis zu 200 Grad, völlig ungenutzt über die Abgasführung nach außen an die Umgebungsluft.

Besonderheiten der Abgasführung bei Brennwertheizungen 

Brennwertkessel nutzen die Kondensationswärme der Abgase, die bei der Verbrennung entstehen. So wird die Temperatur der Abgase, die über die Abgasführung an die Außenluft abgegeben werden, auf maximal 40 Grad reduziert.

Im Vergleich zu Niedertemperaturkesseln, die Abgase mit Temperaturen bis zu 200 Grad an die Außenluft abgeben, bieten sich neben den Brennstoffersparnissen jedoch auch Anforderungen an das Abgassystem. Denn das bei der Abkühlung der Abgase entstehende Kondensat ist sauer und feucht und führt ohne passendes Abgassystem zu langfristigen und kostspieligen Kosten am Kaminschacht.

Mit dem richtigen Abgasrohr lässt sich einer Durchfeuchtung des Abgassystems effektiv und ohne hohe Kosten entgegenwirken. Je nach Ausstattung und Beschaffenheit des Wohnhauses sind unterschiedliche Arten verfügbar, die an die Heizungsanlage und das Gebäude angepasst werden können.

Infografik Abgasführung

Arten von Abgassystemen

 Einwandige und doppelwandige Rohrsysteme zur Abgasführung sind die beiden Optionen bei den Abgassystemen für einen Brennwertkessel. Um die richtige Abgasführung für Ihren Haushalt zu finden, können Sie sich nicht nur von Ihrem Schornsteinfeger beraten lassen, sondern auch online Informationen einholen.

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Jeremias DW Schornstein

Einwandige Abgasrohre 

Verfügt der Haushalt über einen Schornsteinschacht, finden einwandige Abgasrohre oftmals Anwendung. Durch die niedrige Abgastemperatur bei Brennwertkesseln bleibt ein Restanteil des kondensierten Wassers in der Abgasleitung. So wird das Mauerwerk angegriffen und der Schacht versottet langfristig. Eine effektive Gegenmaßnahme ist ein säure- und feuchtebeständiges Abgasrohr. Dieses lässt der Fachmann in den Kaminschacht ein, um ihn vor einer drohenden Durchfeuchtung zu schützen.

Doppelwandige Abgasrohre 

Doppelwandige Abgasrohre sind die Alternative für Haushalte, die keinen Kamin- oder Schornsteinschacht besitzen. Das Edelstahlrohr besteht aus einem Innen- und Außenrohr und wird über Bodenkonsole oder Außenwandbefestigung am Wohngebäude montiert. Während das Innenrohr die Verbrennungsgase an die Außenluft abführt, versorgt das Außenrohr den Kessel mit Verbrennungsluft.

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Welche Anforderungen gelten für Abgassysteme? 

Damit Ihr Heizkessel vom zuständigen Schornsteinfeger abgenommen wird, muss Ihre Abgasführung bestimmte Anforderungen erfüllen. Dies soll die ordnungsgemäße Abführung von Abgasen garantieren und so gesundheitliche Risiken vermeiden. Eine der wohl wichtigsten Anforderungen ist die Feuerwiderstandsklasse. Jeder Schacht muss der Klasse F90 entsprechen, um einem austretenden Feuer bis zu 90 Minuten lang Stand zu halten.

Damit Abgasrohre und Abgassysteme einheitlich in Schornsteinschächte eingeführt werden können, sind Schächte üblicherweise auf ein Mindestschachtmaß ausgerichtet.

Welche Schachtmaße sind einzuhalten? 

Für den größtmöglichen Schutz vor Feuer und Hitze ist ein Mindestmaß unbedingt einzuhalten. Zwischen der äußeren Hülle des Abgasrohres, inklusive des Dämmmaterials und der Innenseite eines rechteckigen Schachts, sollten mindestens 2cm Abstand vorhanden sein. Ist der Schornsteinschacht rund, so ist ein Mindestabstand von 3cm empfehlenswert.

Tipp: Ob Ihr Kaminschacht den Anforderungen entspricht und für ein modernes Abgassystem geeignet ist, erfahren Sie im Gespräch mit Ihrem zuständigen Schornsteinfeger.