Regenwassernutzung im Garten

15.01.2019

Regenwassernutzung im Garten - so profitieren Sie von der Natur 

Als natürliche Ressource ist Regenwasser kostenlos - warum also nicht nutzen, was die Natur Ihnen in Mengen zur Verfügung stellt? Sie werden staunen, welche Möglichkeiten es zur Verwertung des Regenwassers gibt. Ihnen bieten sich zahlreiche verschiedene Möglichkeiten, das Regenwasser zu verwenden. Beispielsweise können Sie Ihren Garten damit bewässern, es für Ihre Toilettenspülung nutzen und - entsprechend aufbereitet - sogar für Ihre Waschmaschine!

Von der kleinen, schnellen Lösung, um beim Gießen der Blumenbeete kein kostbares Trinkwasser zu verschwenden, bis hin zur sinnvollen Investition in eine komplette Regenwassernutzungsanlage beim Neubau - die Möglichkeiten sind zahlreich! 

Die Vorteile der Regenwassernutzung auf einen Blick 

Sie sehen: Durch die Nutzung von Regenwasser in Ihrem Garten und Ihrem Haushalt können Sie effizient Wasser und Kosten sparen und tun der Umwelt etwas Gutes. Durch die Nutzung von Regenwasser wird der Grundwasserspiegel entlastet - mit dem so gesparten Wasser können Trockenperioden leichter überbrückt werden.

Für Ihre Pflanzen hat das Regenwasser durch seine Weichheit ebenfalls Vorteile. Trinkwasserqualität für Vorgänge, wie das Spülen der Toilette oder das Nutzen der Waschmaschine, ist nicht von Nöten - mit Regenwasser besitzen Sie die umweltschonende Alternative! Und zu allerletzt: Sie werden schon bald merken, wie Sie durch den Einsatz von Regenwasser viele Kosten im Haushalt einsparen können!

So nutzen Sie Regenwasser zur Gartenbewässerung

Naheliegend ist eine Nutzung von Regenwasser für die Bewässerung Ihres Gartens. Bei der einfachsten Variante wird das Niederschlagswasser in einer Regentonne aufgefangen, die Sie über eine Dachrinne an die Dachentwässerung anschließen. Die Regentonne sollte frostfrei sein und für bessere Standfestigkeit auf einem Regentonnen-Sockel platziert werden.

Für die Blumen und Nutzpflanzen in Ihrem Garten ist Regenwasser bestens geeignet, da es kalkarm ist und dementsprechend weiches Wasser darstellt. Regenwasser ist dabei um ein Vielfaches weicher als Leitungswasser, für welches Sie darüber hinaus auch noch bezahlen müssen. Durch die Nutzung von Regenwasser profitieren sie daher gleich im doppelten Sinne: Es ist hervorragend zur Gartenbewässerung geeignet und steht Ihnen völlig kostenlos zur Verfügung.

Für die Entnahme des Regenwassers aus der Tonne eignen sich Tauchdruckpumpen, die sich durch ein sehr gutes Ansaugverhalten auszeichnen, oder spezielle Gartenpumpen. Achten Sie beim Aufstellen der Tonne auf die Installation eines Fallrohrfilters, damit die Tonne vor Überlauf geschützt ist - wenn die Regentonne gefüllt ist, fließt das Wasser dann einfach über das Fallrohr.

Sie können die Regentonne auch unterirdisch als sogenannten Erdtank aufstellen. Vorteile sind unter anderem ein größeres Volumen und dass Sie von der Zisterne nur den Deckel sehen.

Regenwasser im Haushalt nutzen 

Auch für ihre Toilettenspülung kann das Regenwasser genutzt werden. Ein Einsatz hierfür ist besonders effizient, denn pro Tag spült jeder Deutsche im Schnitt 33 Liter Wasser die Toilette hinunter. Bevor Ihr Regenwasser jedoch im Haushalt verwendet werden kann, bedarf es einer fachgerechten Regenwassernutzungsanlage.

Vor deren Installation sollten Sie sich deshalb genau überlegen, für welche Vorgänge im Haushalt Sie das Regenwasser einsetzen wollen. Diese Überlegungen bestimmen die Ausstattung und das Volumen der Anlage. Konsultieren Sie dazu am besten ein spezialisiertes Unternehmen für Haustechnik, das Ihnen beratend zur Seite stehen kann. Die notwendige Anlage besteht aus einem Regenwassertank (wahlweise Kunststoff oder Beton), aus einem Rohr- und Filtersystem und einer Pumpe. Der Wasserspeicher sollte in jedem Fall lichtundurchlässig sein, da sich ansonsten Algen im Gefäß bilden können und das Wasser somit seine hohe Qualität verliert. Der Tank kann zum Beispiel im Keller installiert werden oder auch außerhalb im Garten (als Erweiterung der Gartenbewässerungsanlage).

Die Pumpe sollte effizient gestaltet sein und zusätzlich sollten Sie darauf achten, dass keine zu hohe Lärmbelästigung durch deren Leistung entsteht. Außerdem ist hinsichtlich der Pumpe von Bedeutung, dass diese nur einschaltet, wenn sie gebraucht wird - da sonst zu viel Energie verbraucht wird. Es ist deshalb notwendig, eine Steuerung für die Pumpe einzubauen. Das heißt, immer wenn Sie beispielsweise die WC-Spülung betätigen, läuft die Pumpe an und schaltet sich dann automatisch wieder ab. Beachten Sie weiterhin, dass es nötig ist, die Regenwassernutzungsanlage bei Ihrem Wasserversorger anzumelden.

Welche weiteren Möglichkeiten bestehen? 

Sehr nützlich ist Regenwasser auch für das Wäschewaschen. Durch den geringen Kalkanteil kann eine Menge an Waschmittel eingespart werden. Auch Weichspüler müssen dadurch nicht mehr eingesetzt werden. Zusätzlich wird das Verkalken von Heizstäben verhindert, was zu einer großen Energieersparnis führt und die Lebensdauer Ihrer Waschmaschine erheblich erhöht. Insgesamt wird das Wäschewaschen mit Regenwasser aus hygienischer Sicht als unbedenklich eingestuft - zahlreiche Untersuchungen belegen, dass im Regenwasser keine krankheitsverursachenden Mikroorganismen zu finden sind.

Filterung des Regenwassers 

Zum Einsatz des Regenwassers im Haushalt ist eine Filterung notwendig. Die Filterung des Regenwassers geschieht in der Regenwasseranlage in zwei Stufen. Zunächst werden grobe Schwebstoffe, wie beispielsweise Laub, mithilfe eines Filters zurückgehalten. Es empfiehlt sich, diesen Filter etwa einmal pro Jahr manuell zu reinigen. Nach dem ersten Schritt setzt die Selbstreinigung des Regenwassers ein.

Wenn sich das Regenwasser ausreichend lang in der Zisterne befindet, werden Schwebstoffe automatisch zusammengetragen und setzen sich auf dem Boden der Zisterne ab. An die Schwebstoffe binden sich in diesem Schritt Keime, sodass diese aus dem Nutzwasser entfernt werden und sich mit den Schwebstoffen absetzen.